NEUROLOGIE – UNSERE BEHANDLUNGSMETHODEN


Wir wenden Therapien entsprechend der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse an (evidencebased medicine). Dabei arbeiten wir systematisch und nach anerkannten Methoden. Zielvereinbarungen, regelmässige Verlaufsbesprechungen und die Dokumentation des Heilungserfolgs sind für uns selbstverständlich.

INFO NEUROLOGISCHE BEHANDLUNGSMETHODEN
  • Arm-Basis-Training

    Arm-Basis-Training

    Das Arm-BASIS-Training ist ein systematisches Training um den vollen aktiven Bewegungsumfang aller Gliedmassensegmente des Armes wiederherzustellen und seine schnelle Kraftgeneration und -modulation zu verbessern.

    [1] Daneben soll es die Selektivität und die Ausdauer der motorischen Kontrolle sowie nicht segmentierte Bewegungen fördern und die Kombination von Halteaktivität als auch dynamischer Bewegungskontrolle, die Multigelenkkoordination und eine adäquate Kontrolle bei Einwirkung von äusseren Kräften wiederherstellen.

    Das Arm-BASIS-Training ist in drei Stufen aufgebaut:
    1. selektives Üben isolierter Bewegungen ohne Halteaktivität
    2. selektives Üben isolierter Bewegungen mit Halteaktivität
    3. selektives Üben komplexer Bewegungen mit Halteaktivität

    Quelle: [1] Mehrholz, J. 2011. Neuroreha nach Schlaganfall, Stuttgart, Thieme, S. 82-83. Abbildung: http://www.iotraining.eu/abt.html

  • Elektrostimulation (TENS zur Reduktion der Spastizität)

    Elektrostimulation (TENS zur Reduktion der Spastizität)

    Funktionelle Elektrostimulation (FES): Muskelkontraktion wird (im Prinzip) kontinuierlich eingesetzt um durch die Stimulation eine Aktivität zu ermöglichen, z.B. in der Stimulation des Flexor-Reflexes zur Verbesserung des Gehens.

    Therapeutische Elektrostimulation (TES): Stimulation soll das funktionelle Defizit nach und unabhängig von der Stimulation verbessern. Überschwellige Elektrostimulation von Agonisten und Antagonisten führen zu einer Reduktion der Spastik.

    Quelle: Abbildung: http://www.tratamientosbelleza.com.ar/deportes/tens-y-electroestimulacion-usos-y-aplicaciones/

  • Gangschulung, Haltungskorrektur

    Gangschulung, Haltungskorrektur

    Ziel der Gangschulung ist das Erreichen eines harmonischen Gangbildes oder das Vermeiden sekundärer Erkrankungen. Der Gangschulung kann eine genaue Ganganalyse vorausgehen, bei der sowohl Fussstellung, -belastung, Abrollbewegungen, Schrittlängen und Rhythmus, die Stellung von Knie, Hüfte, Becken, Rumpf, Schultern, Ellenbogen, Armschwung und Muskelfunktion untersucht werden.

  • Sturzprophylaxe

    Sturzprophylaxe

    Unter Sturzprävention werden alle Massnahmen zusammengefasst, die entweder das Sturzrisiko reduzieren oder die Folgen eines Sturzes mildern. Darunter fällt etwa die Beurteilung der Sturzrisikofaktoren, Einweisung von Bewohnern in die Verwendung von Mobilitätshilfsmitteln, die Kontrolle der Hör- und Sehfähigkeit sowie die Beseitigung von potentiellen Unfallquellen [1].

    Quelle: [1] www.pqsg.de

  • Kontext- und aufgabenspezifisches Training

    Kontext- und aufgabenspezifisches Training

    Das zentrale Nervensystem (ZNS) ist ein problemlösendes System und generiert bei motorischen Anforderungen mit den zur Verfügung stehenden Effektoren zielorientierte motorische Programme. Diese Programme werden bei zielorientierter Wiederholung optimiert.

    Üben von ganzen motorischen Handlungen/Aufgaben wie Aufstehen, Gehen, Greifen, etc. Die motorische Aufgabe/Anforderungen werden an der individuellen Leistungsgrenze des Patienten gestellt und müssen selbständig bewältigt werden. Kompensationsbewegungen werden – solange die vom Patienten benutzte Strategie zielführend ist, toleriert [1].

    Quelle: [1] Mehrholz, J. 2011. Neuroreha nach Schlaganfall, Stuttgart, Thieme

  • Laufbandtraining

    Laufbandtraining

    Gehfähigkeit ist wichtig, um nach einem Schlaganfall wieder nach Hause zurückkehren zu können. Die Kosten von Gehbehinderungen werden, da zumeist lebenslange Pflege notwendig ist, als sehr hoch eingeschätzt. Ausserdem ist die Gehfähigkeit eine fundamentale Fähigkeit, um am öffentlichen Leben teilzunehmen. [1]

    Allerdings sind lediglich 7% der Patienten nach Schlaganfall, selbst nach einer stationären Rehabilitation, wieder völlig selbstständig gehfähig. Laufbandtraining mit oder ohne Körpergewichtsentlastung ist eine relative neue Intervention, um das Gehen wieder zu erlernen [2].

    Quellen: [1] Mehrholz, J. 2011. Neuroreha nach Schlaganfall, Stuttgart, Thieme, S. 135
    [2] Hill, K., Ellis, P., Bernhardt, J., Maggs, P., & Hull, S. (1997). Balance and mobility outcomes for stroke patients: a comprehensive audit. Aust J Physiother, 43(3), 173-180.

  • Plattformtraining

    Plattformtraining

    Die posturale Kontrolle wird definiert durch die Sicherung des Massenmittelpunktes über der Unterstützungsfläche unter statischen und dynamischen Bedingungen sowie Beibehalten der korrekten Relation der Körpersegmente zueinander. Patienten nach Schlaganfall weisen ein hohes Sturzrisiko auf. Die Gründe sind multifaktoriell und bedürfen einer individuellen Therapie.

    Die Stürze können schlimme physische wie auch psychische Konsequenzen nach sich ziehen. Es wird berichtet, dass 45-59% der Patienten Frakturen auf der plegischen Seite erleiden, (bei 76 – 82% war die Hüfte betroffen) was auf eine ungenügende Stabilität in der Frontalebene zurückzuführen ist. 88% der Patienten berichten von Ängsten vor einem erneuten Sturz. 39-90% der Patienten stürzen beim Gehen. Anhand eines Multisensory-Trainings können die propriozeptiven Aspekte trainiert werden (Stehen mit offenen und geschlossen Augen auf einer Matte). [1]:

    Quelle: [1] Mehrholz, J. 2011. Neuroreha nach Schlaganfall, Stuttgart, Thieme

  • Propriozeptive neuro-muskuläre Fazilitation (PNF)

    Propriozeptive neuro-muskuläre Fazilitation (PNF)

    PNF ist eine physiotherapeutische Technik, welche auf Erkenntnissen der Neurophysiologie beruht. PNF basiert auf der Förderung zentral-motorischer Aktivitäten, d.h., Muskeln werden nicht einzeln, sondern nur in Kombinationen eingesetzt, so dass Bewegungsmuster erlernt werden. Dadurch lassen sich eine Koordinierung physiologischer Bewegungsmuster, Normalisierung des Muskeltonus, eine Muskeldehnung u. -kräftigung erreichen. [1]:

    Quelle: [1] www.gesundheit.de/lexika/medizin-lexikon/pnf

  • Rhythmisch-auditorische Stimulation

    Rhythmisch-auditorische Stimulation

    Cueing kann als das Benutzen von externen zeitlichen oder räumlichen Stimulationen definiert werden, um eine Bewegung zu initiieren oder konstant zu halten. Externe Taktgeber bewirken Auslösung („Priming“ ) und Synchronisation der Muskelaktivität. Ein externer Takt wird während eines zu übenden Bewegungsablaufs vorgegeben, oder Bewegungsanfang und Ende werden durch den Rhythmus („rhythmic cueing“) angezeigt [1].

    Quelle: [1] Nieuwboer, A., Kwakkel, G., Rochester, L., Jones, D., van Wegen, E., Willems, A. M., et al. (2007). Cueing training in the home improves gait-related mobility in Parkinson’s disease: the RESCUE trial. J Neurol Neurosurg Psychiatry, 78(2), 134-140.

  • Sensibilitätstraining

    Sensibilitätstraining

    Sensibilitätstraining wird bei Störungen der Wahrnehmung von taktilen Reizen z. B. bei Erkrankungen des zentralen Nervensystems oder auch der peripheren Nerven verwendet. Eine durch eine periphere sensible Stimulation induzierte fokale Steigerung der Erregbarkeit sensorischer Areale verändert auch die assoziierten motorischen Areale.

    In Studien wird meistens eine elektrische Stimulation eingesetzt (N. medianus). Zur sensiblen Stimulation werden dabei häufig Elektroden-Handschuhe / -Socken benutzt.

    Quelle: http://www.handtherapy.ch/w_handtherapy/site/s_page.asp?NID=47

  • Spiegeltherapie

    Spiegeltherapie

    Die Spiegeltherapie ist ein Therapieverfahren für Patienten mit einer einseitig betroffenen Extremität, z.B. nach einem Schlaganfall oder auch bei einem Schmerzsyndrom. Die Grundidee besteht darin, einen Spiegel so in der Körpermitte zu platzieren, dass das Spiegelbild der nicht betroffenen Extremität erscheint, als wäre es die betroffene Extremität [1].

    Bewegungsvorstellung und Bewegungsbeobachtung aktivieren dieselben Hirnareale wie die tatsächliche aktive Ausführung und verstärken die Bewegungsrepräsentation [2]. Es kann eine Wiederherstellung der Bewegungsrepräsentation und Steigerung der motorischen Erregbarkeit durch eine visuelle Stimulation erfolgen. Bei einer synchroner Führung der betroffenen Extremität werden auch Mechanismen der bilateralen Funktionsrestitution diskutiert. Der Patient wird aufgefordert eine Bewegung, z.B. greifen nach einer Tasse, mit der nicht-betroffenen Hand durchzuführen und diese Bewegung in einem sagittal gestellten Spiegel zu beobachten. Die Bewegung des betroffenen Armes hinter einem Spiegel kann entweder vom Patienten gleichzeitig aktiv durchgeführt, mental vorgestellt oder vom Therapeuten passiv bewegt werden. Die Ergebnisse einer aktuellen systematischen Übersichtsarbeit zeigen, dass Beweise für die Wirksamkeit der Spiegeltherapie zur Verbesserung der Motorik der oberen Extremität, Aktivitäten des täglichen Lebens und Schmerz bestehen, zumindest als Ergänzung zur normalen Rehabilitation für Patienten nach Schlaganfall [3].

    Quellen:
    [1] Mehrholz, J. 2011. Neuroreha nach Schlaganfall, Stuttgart, Thieme, S. 71
    [2] Cattaneo, L., & Rizzolatti, G. (2009). The mirror neuron system. Arch Neurol, 66(5), 557-560.
    [3] Thieme, H., Mehrholz, J., Pohl, M., Behrens, J., & Dohle, C. (2013). Mirror therapy for improving motor function after stroke. Stroke, 44(1), e1-2.

  • Sprunggelenks-Orthesen und aufblasbare Schienen

    Sprunggelenks-Orthesen und aufblasbare Schienen

    Sprunggelenks-Orthesen dienen zur Stabilisierung des Sprunggelenks. Die am häufigsten verwendeten flexiblen Textilorthesen bestehen aus unterschiedlich elastischen Geweben mit eingearbeiteten Silikonpelotten, Luftkissen, Verstärkungsgurten, elastischen Zügeln, Kunststoffschalen oder Klettverschlüssen.

    Evidenz [1]:

    • Orthesen verbessern Ganggeschwindigkeit und Schrittlänge
    • Orthesen vermindern den Energieaufwand unmittelbar und verstärkt auch nach 3-wöchiger Angewohnheitszeit
    • Langsameres Gehen (mit und ohne Orthesen) geht mit höherem Energieverbrauch einher

    Quelle: [1] Thijssen, D. H., Paulus, R., van Uden, C. J., Kooloos, J. G., & Hopman, M. T. (2007). Decreased energy cost and improved gait pattern using a new orthosis in persons with long-term stroke. Arch Phys Med Rehabil, 88(2), 181-186. doi: 10.1016/j.apmr.2006.11.014